Dibos Reise
Und noch einer der Texte, viel Spaß beim Lesen
Prolog
Eines Tages schaute ich mich in meinem “Goldenen Schnitt” um und
bemerkte das Glas mit Lembas, was mir Glorfindel überreichte als Dank.
Damals hatte ich Streicher in Bruchtal geholfen sein Schwert neu zu schmieden.
Narsil… sah verdammt gut aus das Schwert.
Plötzlich seh ich doch nicht etwa eine Elbin in den Schnitt hinein rennen.
Sah richtig abgekämpft und total abgerissen aus, nicht wie der Herr
Glorfindel oder der Herr Legolas. Richtig komisch sah diese Lumpenelbin
aus.
„Grüßt Euch edler Hobbit, mein Name ist Finieth, ich komme aus dem
fernen Ered Luin. Hättest Du vielleicht ein klein wenig um meinen
Hunger und meinen Durst zu löschen?“
Ich schob langsam das Glas mit Lembas zu ihm rüber und kramte unter meinem Thresen nach Elbenwasser.
„Sehr wohl, edle Dame, pro Stück 1 Silber.“
„Oh, wie hab ich Lembas vermisst. Das letzte hab ich in Gondamon von
einem Zwerg bekommen, den ich vor einem Bären gerettet habe.“
Sie nahm sich einfach Lembas wie ihr beliebte.
Merklich verringerte sich die Menge in dem Lembasglas und ich schaute weiter der Elbin beim Verzehr zu.
Solche Mengen an Lembas hab ich vorher noch nie jemanden Essen sehen.
Ganze Wochen oder Monate musste Finieth vorher gehungert haben.
„Sag mal kleiner Wohltäter, wie ist eigentlich dein Name?“
„Finogard Stolzfuss, sehr erfreut und wie ist Euer Name edle Dame?“
„Man nennt mich Finieth Eledhwen Thranduillon Tochter Fearnors und Galadrosa, freu mich Eure Bekanntschaft zu machen!
Lasst uns das ganze förmliche wegpacken und uns wie Gefährten ansprechen!“
„Wie es Dir lieb ist Finieth.“ Ich lächelte und schaute weiter der Elbendame beim Speisen zu
„Sag, was führt Dich denn nach Bree?“
„Ich war gerade unterwegs in Richtung Nebelgebirge als mich einer der Nazgûl mit seiner Klinge verletzte.
Unter dem Einfluss der giftigen Morgul Klinge wurde ich ins ferne
Auenland geschickt, um dort einen Hobbit namens Beutlin ausfindig zu
machen.
Nur die helle Stimme meiner Mutter rief mich wieder aus dem Verlorenen zurück.
Ich nahm all meine Willenskraft zusammen und konnte nach einem wochenlangen inneren Kampf endlich den Geist besiegen.
Ich kam nicht sehr weit von hier wieder zu Sinnen und hatte dann Dein Lokal gesehen und es sah einfach nur einladend aus“
„Freut mich das zu hören, bist Du Dir sicher das Morgulgift überwunden zu haben?“
„Sicher kann man da nie sein, aber die Stimmen sind wesentlich leiser geworden.“
„Sehr gut. Ich könnte hier etwas Hilfe gebrauchen. Soviel Arbeit für einen Hobbit…
Ich biete Dir folgendes an, Du arbeitest bei mir und ich werde Dich
später, wenn Du das Lembas abgearbeitet hast, wieder in Deine Heimat
begleiten.“
Ich sah wie die Miene der Elbendame immer heller wurde, ihre Haut glich
jetzt wieder der Elbenhaut, hell und zart, anscheinend gefiel ihr
dieser Vorschlag.
Sie tänzelte durch die Gaststube ohne den Boden zu berühren, schon fantastisch wie Elbinnen tanzen.
Die nächsten Tage gestalteten sich eher ruhig, bis Finieth bemerkte, das wir keine Lembas mehr hatten.
„Kein Problem Fino, ich schicke meinen Raben aus um Neues zu holen.“
„Sehr gut Finieth, ich setz all mein Vertrauen in den Raben.“ Ich band
nach diesen Worten einen kleinen Beutel mit etwa 400 Silber an die
linke Kralle und einen anderen Beutel mit genauso viel Silber an die
rechte Kralle.
Stolz wie nur eine Rabe sein kann, flog Dibo nun aus dem „Goldenen Schnitt“
Der Hinweg
Dibo flog los, zuerst über Stock und Stadel hinweg um dann eine große Kurve in Richtung einsame Lande zu beschreiben.
Er flog an der Verlassenen Herberge vorbei, rechts vorbei an der
Wetterspitze, die Mithrinfeste, Thandobel und die Feste Cyrn links
neben sich lassend.
Die Feste Guruth war der ideale Rastplatz. Nicht nur das Radagast der
Braune, ein alter Freund aller Tiere, dort gastierte, nein, es waren
vor allem die Raben, die Dibo daran erinnerten als er noch ohne Finieth
war. Wie schön war es damals alleine in die Luft abzuheben und alles
hinter sich zu lassen. Nach dem Erstarken der Dunkelheit im Osten riet
damals Radagast allen freien Tieren einen Begleiter zu suchen.
So fand er damals Finieth als kleines Elbenkind spielend in einem Wald
nahe Duillont. Sie fütterte ihn und liebte ihn von da an wie nur ein
Elb Tiere lieben kann.
Er beschützte Sie und Sie beschützte Ihn.
Als er in Guruth ankam, merkte Dibo schnell das sich seine
Rabengefährten allesamt nicht mehr dort befanden. Dort gab es nur noch
Crebain, böse Rabenabarten.
Diese Viecher bestanden nur noch aus Bösem. Edle Großraben waren sie
einst, bis die Dunkelheit ihre Schwingen erfüllte und sie nur noch
Sauron dienten.
Dibo flatterte los und schwang sich in immer größere Höhen um den
Crebain zu entkommen. Crebain haben die Angewohnheit nie mehr als 3
Meter über dem Boden zu flattern, das wusste Dibo und konnte ihnen so
entkommen.
Er flog tagelang Richtung Osten. Als seine Kräfte fast am Ende waren
erspähte er aus luftiger Höhe Barachens Lager. Er schaute sich, über
Barachen kreisend, nach Crebain um. Er konnte jedoch nur Adler
entdecken. Seine Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter war einer der legendären
Großadler der Gebirge. Von der Verwandtschaft war aber nichts weiter
geblieben als sein rechtes blaues Auge.
Krächzend landete Dibo auf dem Zelt in dem Lager. Barachen kannte er
aus früheren Zeiten. Er hatte schon so manche Stunde an ihrem Feuer
gewacht.
Die Elbendame und ihr Bündel
Frisch gestärkt und ausgeruht flatterte Dibo, nachdem er sich gebührend
bedankte bei Barachens Katze, in Richtung Bruchtal davon.
Er flog nicht lang, als er endlich den Bruinenfurth sah. Was er dort
erblickte konnte nicht mit rechten Dingen vor sich gehen. Er sah einen
Nazgûl auf der einen Seite des Bruinen und eine Elbendame auf der
anderen Seite. Die Elbendame versteckte offensichtlich etwas vor dem
Schwarzen Reiter. Es sah aus wie ein Hobbit.
Dibo erkannte Arwen Undomiel an der Furth. Sie erhob ihre Hände. Dibo
wusste was nun kommen sollte. Der Bruinen schwoll bedrohlich an und
überrollte den Nazgûl der eben den Furth überqueren wollte. Schnell wie
der Wind ritt nun Arwen in Richtung Bruchtal.
Dibo landete auf dem Pferd im vollen Galopp. Arwen ihrerseits bemerkte
diese Landung nicht. Er ritt so mit Arwen und dem Unbekannten in
Richtung Bruchtal. Irgendetwas Bedrohliches hatte das Bündel an sich.
Dibo konnte es sich nicht erklären, aber ein Hauch Dunkelheit umgab das
Bündel wie es einst seine treue Gefährtin umgab.
Er entschloss sich auf dem Rücken des Pferdes zu bleiben und begann zu krächzen in der Hoffnung das Arwen ihn versteht.
„Natürlich versteh ich Dich edler Rabe. Sag mir, wie kann ich Dir helfen?“
Dibo krächzte ein paar Mal und Arwen verstand alles richtig. Dibo
wollte sich für die Mitnahme bedanken indem er vor flog und den Weg
sondierte.
Als die drei in Bruchtal ankamen flatterte Dibo in Richtung Heimeliges
Haus. Gandalf der Graue, Elrond, Glorfindel und Aragorn warteten dort
schon ungeduldig auf Arwens Rückkehr. Als die Vier Dibo sahen und das
Pferd Arwens waren sie sehr erleichtert, denn Arwen hatte den
Ringträger mit sich er wurde auf der Wettterspitze verletzt.
Dibos Abenteuer
Gandalf erklärte Dibo in nicht ganz akzentfreien Rabisch was passiert war und wer das Bündel darstellte.
„Dibo, tu mir bitte den Gefallen und suche im Nebelgebirge nach dem
alten Heilkraut der Könige.“ Dibo verstand sofort auf was Gandalf
hinaus wollte. Er kannte diese Pflanzen schon seit einer Ewigkeit.
Viele Monde und Sonnen waren jedoch seit seinem letzten Besuch im
Nördlichen Bruinenquell vergangen. Dibo wusste leider nicht mehr genau
den Standort der Pflanze, aber war schon unterwegs ins Nebelgebirge.
Mit seinem Spürsinn für die Himmelsrichtungen flog Dibo in Richtung
Norden. Mehr als 20 Jahre waren seit seinem letzten Besuch dort
vergangen. Je tiefer er ins Nebelgebirge hinein flog, desto dichter
wurde das Schneetreiben. Als er soviel Schnee auf einmal sah, konnte er
sich so langsam wieder an den Ort erinnern. Er wusste das hunderte
Schneekreaturen die Pflanzen bewachten.
Zielsicher flog er in Richtung Iskelds Ausguck.
Nach einigen Minuten kam er auch dort an und schaute sich jetzt nach
der Pflanze um. Die Schneekreaturen waren weit und breit nicht mehr zu
sehen. Irgendetwas stimmte hier nicht… Er sah einen Krieger auf sich zu
rennen. Xiaogaowao hieß der Krieger. Es war einer der östlichsten
Krieger die er jeh gesehen hatte. Er musste soweit aus dem fernen Osten
kommen, das er schon die Sprache Mittelerdes nicht beherrschte.
„Du suchen Die Suche?“ brüllte er von weitem. Dibo ignorierte ihn. Er
zupfte ein wenig vom Kraut, die Elben nennen es Athleas, die Menschen
Königskraut, aus dem hart gefrorenen Boden und hob wieder in Richtung
Bruchtal ab. Er hatte schon Eiszapfen am Flügel und am Schnabel als er
wieder in Bruchtal ankam.
Mit Mühe flog er noch zu einem Feuer, nahm das Athleas in die rechte Kralle um den gefrorenen Schnabel zu enteisen.
Als Dibo nun wieder herzhaft zubeissen konnte, flatterte er wieder
Richtung Heimeligen Haus. Er sah Gandalf wartend am Eingang stehen. Er
landete auf Gandalfs Schulter und schaute ihm zu wie er mit einer
Handbewegung das Athleas zum Erblühen brachte.
„Bring das zu Aragorn. Er wird wissen was damit zu tun ist.“
Aragorn der König
Als Dibo das Kraut bei Streicher ablieferte, sah er zum ersten Mal einen Ringträger.
Er sah Frodo, wie er um sein Leben kämpfte, verletzt durch die Morgulklinge.
Aragorn nahm das Kraut in seine rechte Hand, tuschelte etwas in die
linke Faust und bedeckte dann die rechte Hand mit dem Kraut mit der
linken Faust, worauf der Raum mit gleißendem Licht erfüllt wurde.
„Deine Aufgabe ist nun zu Ende. Alles was wir jetzt noch für Frodo tun
können, ist Hoffen.“ sagte Streicher mit einem bersorgten Gesicht.
Dibo wandte sich nun von Streicher ab und flog aus dem halb geöffnetem Fenster.
Er erinnerte sich plötzlich wieder an seinen Auftrag. Er suchte im
Marktviertel jetzt nach einem Lembashändler. Als er keinen fand, flog
er zurück zu Gandalf um ihn nach etwas Lembas für Finogard zu fragen.
Gandalfs Dank und Dibos Heimreise
Gandalf wusste bereits von Dibos Auftrag. Er hatte vorsorglich Lembas
im Wert von mehreren tausend Silber in einen kleinen Rucksack gepackt,
der bequem auf Dibos Rücken passte. Das Geld band er von den Krallen.
So ausgerüstet trat Dibo seine Heimreise an. Er flog nur wenige Tage, die Strecke erschien im kürzer als der Hinweg.
Er flog auch diesmal nicht an der Wetterspitze vorbei, sondern über sie hinweg. Direkter Flugkurs in Richtung Bree war angesagt.
Er orientierte sich an der Wetterspitze hinter ihm und dem gelben Baum vor ihm.
Völlig außer Puste kam Dibo zum Fenster reingeflattert als ich gerade am Zubereiten von Steak- und Nierenpastete war.
„Fein, Dibo, schön Dich zu sehen“ sagte ich und gab dem Raben ein Zeichen zu mir zu fliegen.
Nach ein paar Flügelschlägen war er bei mir auf dem Thresen.
Ich löste sachte und mit Bedacht den kleinen Rucksack und schüttete das Lembas in Malhornblättern in das große Lembasglas.
Dem Raben stellte ich eine Schale Wasser und eine Schale Wintergerste auf den Tisch. Sachte streichelte ich ihm den Kopf.
„Kleiner Dibo, was für eine lange Reise du getan hast, der Rucksack
trägt die Insignien Gandalfs, einer der Istari. Wie bist du zu dem
gekommen?“
Als ich das Lembas in das Glas kippte, hatte ich eine kleine Nachricht von Gandalf übersehen.
An diese Nachricht war ein kleiner Ring gebunden.
Als ich die Nachricht ausrollte traute ich meinen Augen kaum.
Darauf stand in Quenya
„Für den Retter in der Not. Mein und Mittelerdes Dank ist Eurer Edler Rabe – Gandalf“
Der Ring war offensichtlich für einen Fuß Dibos gedacht.
Nach ein paar Lockrufen kam er auch auf dem Thresen angehüpft, merklich erschöpft von der Reise.
Ich legte den Ring sachte um den rechten Fuß und klemmte ihn mit Hilfe einer Schmiedezange zusammen.
FaenDibo
Als sich die beiden Ringenden berührten gab es einen Blitz. Nachdem
sich die Qualmwolken etwas verzogen hatten, sah Dibo nicht mehr aus wie
vorher.
Er glänzte jetzt in dem schönsten Weiß, was ich je an einem Raben gesehen habe.
Finieth kam durch den Krach aufgeweckt von oben.
„Was ist denn mit Dibo passiert?“
„Das weiß nur Dibo und Gandalf.“ sagte ich und wandte mich wieder dem Aufräumen meiner Mathoms zu.
Finieth nahm Dibo auf ihre Hand und gab ihm einen zarten Kuss auf den Kopf.
„Faendibo wird ab sofort Dein Name sein“ flüsterte Finieth Dibo zu.
Dibo krächzte einmal zur Zustimmung zu dem neuen Namen.
An dem Tag wurde ein Held gerettet und ein neuer Held geboren.